Der Blaulichtanteil im Licht von Vollspektrum-LED

Zur Zeit wird immer wieder die Frage an uns herangetragen, ob denn nun das blaue Licht in unseren Vollspektrumlampen und auch Vollspektrum-LED-Lampen schädlich sei. Dazu möchte ich Ihnen folgende Überlegungen vorschlagen, um die doch vielleicht etwas zu hitzig geführte Diskussion etwas zu versachlichen.

Vorab betone ich ausdrücklich, dass ich das angesprochene Problem nicht herunterspielen will, sondern nur zum Nachdenken anregen. Dann kann jeder für sich entscheiden, wie stark er sich durch die Blaulichtanteile im Licht bedroht fühlt und entsprechend handeln.

Wir brauchen Licht in möglichst natürlicher Tageslichtqualität, um gut sehen zu können, Farben natürlich zu erkennen und zu unterscheiden, uns wohler und vitaler zu fühlen und viele positive Auswirkungen mehr.

Auch im natürlichen Sonnenlicht ist am Mittag ein starker Blauanteil enthalten. Die Mediennutzung ist seit vielen Jahren sehr hoch und nimmt noch zu. Fernseher, PC-Bildschirme, Laptops, Tablets und Handy‘s erzeugen proportional im Vergleich zum Sonnenlicht sehr hohe Blauanteile.

Blaue Lichtanteile gibt es schon sehr lange in Leuchtstoffröhren mit Tageslicht bzw. Daylight. Dieser ist und war schon immer etwas überhöht in den Leuchtstoffröhren enthalten, um überhaupt an Tageslicht farblich heranzukommen.

Auch alle Vollspektrum-Leuchtstoffröhren, unabhängig von welchem Hersteller, haben einen erhöhten Blaulichtanteil. Die Vollspektrumröhren und vollspektralen Energiesparlampen gibt etwa seit den 1970er Jahren! Ich bin seit 1999 auf Vollspektrumlicht spezialisiert und habe bisher noch nie über vom Vollspektrumlicht bzw. dessen Blauanteil ausgelöste Augenprobleme gehört oder selbst bei mir festgestellt. Natürlich gab es immer wieder mal vereinzelt Menschen, die das Vollspektrumlicht nicht mochten, zu grell fanden oder sich damit nicht wohl gefühlt haben. Aber die sind dieser Problematik nicht zuzurechnen.

Schauen wir uns einmal an, wie Beleuchtung funktioniert: Beleuchtung mit Kunstlicht soll den Raum ausleuchten und nicht blenden. Das heißt, wir schauen gar nicht direkt ins Licht, sondern nehmen nur die Helligkeit war und nutzen die entsprechend zum Lesen und Arbeiten. Kunstlicht ist nur für einen gewissen Zeitraum am Tag eingeschaltet. Im Sommer weniger und im Winter länger.

Anders bei allen Bildschirmen. Im Durchschnitt (Alter und genutzte Geräte) sitzen wir insgesamt 8 ¼ Stunden täglich von irgendwelchen Monitoren – nachzulesen in einem Artikel vom NDR. Hinzu kommt, dass wir bei den Monitoren direkt reinschauen, also eine hohe Dosis direkt ohne Umweg und Reflexionen ins Auge bekommen. Beim TV sind es ca. 3 Meter Abstand, bei PC-Monitoren ca. 60-70 cm und bei Tablets und Handy‘s oft nur ca. 30 cm.

Da stellen sich doch folgende Fragen:
Von welcher Quelle bekommen wir die höhere Dosis der schädlichen Blaulichtanteile ins Auge? Wie stark ist die Wirkung von der Beleuchtung im Vergleich zu den Bildschirmen?

Diese Fragen kann ich auch nicht beantworten. Ich weiß nicht, ob die Aussagen in den Medien darüber Auskunft geben, oder doch eher pauschal getroffen wurden. Um eine genauere Aussage zu erhalten, werden wir wohl die Untersuchungen abwarten müssen und dürften dann wohl erst in ein paar Jahren mehr Klarheit darüber erhalten.

So, nun darf also jeder für sich entscheiden, wie er zukünftig mit diesem Thema umgehen will.

Mein Fazit

Ich für meinen Teil arbeite schon seit 1999 täglich viele Stunden mit Vollspektrumlicht und kann für mich persönlich keine Beeinträchtigung meiner Augen feststellen - außer natürlich die altersbedingten Veränderungen. Immerhin bin ich (Jahrgang 1956) heute noch in der Lage ohne Brille Auto zu fahren und fern zusehen. Lediglich beim Lesen und am PC nutze ich teilweise eine entsprechende Lesebrille. Draußen im natürlichen Sonnenlicht kann ich noch gut ohne Brille lesen. Ich fühle mich wohl mit Vollspektrumlicht und möchte es nicht mehr missen.

Michael Grassegger - der Licht * gut * achter

www.natur-nah.de

Juni 2019

Zuletzt angesehen
AUSGEZEICHNET.ORG